Röckblick of Gröndig ond Amüsants us de Afangszit vo de Pfaffnauer Trachtegruppe

Originaltext us eme alte Schulheft, Verfasserin onbekannt.
Em Winter 1934/1935 het s’Peter Lehrers Theres i aller Heimlichkeit ond Stilli för sich ond sie Schwöschter Mathild e Lözärner Festtagstracht gmacht.
Das het es Uufsehe gä, ganz bsonders be de glichaltrige Töchtere. Am gliche Obe scho isch e Muetter mit erer Tochter sech cho erkundige wie mer so ne Tracht chönt beschaffe. Es hend sich sofort no anderi Töchtere a’gschlosse. Die meischte hend sich für d’Luzärner Sonntigstracht entschlosse. Der Stoff für die Röck ond Scheube het d’Frl. Margrith Rösli z’Wartesee (ou e alti Pfaffnaueri) gwobe. Do isch es anes schniidere ond sticke gange, dass im erste Sommer sehr es ordligs Trachtegrüppli benenand gsi isch. Es sind ou no drei Fästtagstrachte gmacht worde, aber mer het glii use g’fonde, dass d’Sonntigstracht viel praktischer isch.
Die erste Trachtelüüt send emmer mit grosser Freud und Begeisterig zäme cho ond hend zäme g’ha wie Giigeharz. Ihri erste Liedli hei si benere Landfrauetagig gsonge. Es het no fascht e chli zaghaft tönt.Im Winter 1935 of 36 heimer öppe hie und do e Prob g’ha und e paar schöni Liedli gelehrt. Zom Jubiläum der Schlacht bei Sempach (1386 – 1936) sind alli Luzärner Trachtelüüt iglade worde. Eusi Gruppe hat do nid nei gseit und das wunderschöni Fest mitgmacht.
Sisch heiss gsi und wo mer of em Schlachtfeld obe öis glageret hei het s’Emmy müesse sini Füess e chli verlöfte. Wos do zum Festzug blose het, hei mer müesse z’erst e Schuhlöffel go sueche, dass s’Emmy weder i Schue ie het chönne. Bis Zobe si mer weder guet benand gsi und hend d’Kantonlfahne of Lozärn begleitet und hend dert noch witer gfästet bis höschsti Ziit gse isch of e letzte Zog dorab.
1939 Eidgenössisches Trachtefäscht in Züri. S’erst mol si au mer an es eidgenössisches Fäscht gange. S’ist jo au grad no d’Landesusstellig gsi. Was mer dert e zwe Tage alls erläbt und gseh hei, lot sich nid beschriibe und blibt dene wo’s mitgmacht hei, in froher Erinnerig. S’isch alles guet organisiert gsi, sogar no d’Schlofglägeheite i der Kaserne. D’Bett si zwar e chli hert gsi aber mer hei jo nid welle wägem Schlofe uf Züri.
Leider isch das Trachtefest der Abschluss gsi vo nere schöne Ziit; scho acht Tag spöter isch der Wältkrieg usbroche und eusi Armee isch ufbote worde um eusi Gränze z’verteidige. D’Trachtemeitschi hei müesse schaffe deheim wie Manne, aber hie und do simmer doch weder zäme cho um es Liedli z’singe oder es Tänzli z’probe. (Originaltext bis hier)
Im Laufe der Zeit...
Nach den harten Kriegsjahren wurden die Sing- und Tanzproben langsam wieder auf-genommen. Bald wagte man den ersten Heimatabend, der Verein fing an zu wachsen. Verschiedene Aktivitäten prägten in all den vielen Jahren das Vereinsleben. Man besuchte regionale, kantonale und schweizerische Feste und machte mit schönen Sujets an Umzügen mit. In bester Erinnerung bleiben die vielen tollen, abwechslungsreichen Heimatabende in Pfaffnau. Man beteiligte sich auch gerne an verschiedenen Anlässen in der Gemeinde. Neben den unzähligen Proben kam natürlich die Kameradschaft und das fröhliche Beisammensein nicht zu kurz.
Und jetzt...
Heute blicken wir stolz und mit viel Freude auf eine bewegte Geschichte der Trachtengruppe Pfaffnau-Roggliswil zurück. Diese besteht zurzeit aus einer Kinder- und Erwachsenen- Tanzgruppe sowie einem Trachtenchor. Seit 4 Jahren bilden Sängerinnen aus unserer Gruppe sowie der Trachtengruppe Dagmersellen den Trachtenchor. Die Ziele haben sich seit der Gründungszeit nicht geändert; die Pflege unserer schönen Schweizer Traditionen sowie die Jugend dafür zu begeistern und zu motivieren steht immer noch im Vordergrund. Wert legen wir auf gute Kameradschaft und feiern gerne gemeinsam ein fröhliches Fest, dazu gehört auch nach der Probe «eis go zie». Wichtig ist, es braucht jedes einzelne Mitglied, «dass de Charre rond louft»!
Alljährlich dekorieren wir am Erntedank die Pfarrkirche in Pfaffnau mit Blumen, Obst und Früchten. Nicht mehr wegzudenken ist in Pfaffnau die von uns organisierte kleine aber feine Kilbi die jeweils auf dem Schulhausplatz stattfindet. Weiter Höhepunkte wo wir Menschen Freude bereiten sowie unser Gelerntes zeigen können sind die Ständli in Altersheimen und der Heimatabend. Auch an regionalen und Schweizerischen Festen nehmen wir gerne teil. Und eines ist sicher, nach dem Eidg. Trachtenfest 2024 in Zürich waren die Teilnehmenden gleichermassen begeistert wie im Jahre 1939.
Wünsche für die Zukunft
dass unser Brauchtum weiterhin von vielen motivierten Mitgliedern weitergetragen wird aber auch Neues zu wagen und einen guten Spagat zu finden zwischen Tradition und Moderne. Mir hei Loscht of meh!
